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Moshe Feldenkrais und organisches Lernen

„Sich selbst zu erkennen, scheint mir das Wichtigste, was ein Mensch für sich tun kann.“ (M. Feldenkrais)

Dr. Moshe Feldenkrais (1904-1984) wurde in Slawuta, in der Nähe von Kiew, geboren und wanderte vierzehnjährig ohne Eltern in das Land seiner Vorfahren nach Palästina aus. Er war Physiker, Elektroingenieur und Judoexperte. In seinem bewegten Leben bilden kommunikative Wachheit, Beobachtungsgabe, Experimentierfreude, Forschungsdrang, Selbstverteidigung, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zentrale Inhalte und Notwendigkeiten. Nach einer Knieverletzung erlangte er seine Leistungsfähigkeit wieder, indem er die eigenen Bewegungs- und Handlungsweisen genau beobachtete und neu organisierte.

Nacherleben frühkindlicher Entwicklungsphasen

Dabei orientierte er sich auch an der präverbalen spielerischen und sich selbst genügenden Lernart des Kleinkindes. Es probiert in einem unermüdlichen Prozess verschiedenste Bewegungsvarianten, pausiert, macht Fehler, gleicht ab mit schon Gelerntem und seinem Wohlgefühl. Es entwickelt immer neue Strategien, bis es die beste Funktion und leichteste Handlungsweise gefunden hat. Es lernt durch seine Neugier, in eher sprunghaften Prozessen, unbewusst und durch Erfahrung.

Organisches Lernen lernen

In diesem Sinne erforschte Moshe Feldenkrais die Grundlagen des Lernens durch Erfahrung und die dadurch angelegten Möglichkeiten sich selbst zu helfen. Bewegung sieht er als erste Instanz für Vorhandensein von Leben und Sicherung von Überleben. Er wählte die Bewegung als ehrlichste, direktesteste Möglichkeit einer Wiederspiegelung von individueller Lebensgeschichte und Selbstorganisation im Hier und Jetzt.

Hohe Komplexität und Lebensnähe

Ausgangspunkte sind für ihn immer wieder die ständig wechselnden Situationen und Bedingungen im eigenen Leben und der ihn umgebenden Menschen. Er nähert sich Ihnen praktisch und beobachtend, Fragen stellend und sich selbst hinterfragend, in Evolution und Ethik kundiger Sichtweise. Häufig weitschweifig abstrahierend, nutzte er außerdem profunde Kenntnisse in Medizin, Neurophysiologie, Anatomie, Entwicklungspsychologie, Kybernetik, Synergetik und Mechanik.

Spiritualität und Nahkampf

Sein Interesse an östlichen und westlichen spirituellen und psychologischen Techniken, die Arbeit mit verhaltensbesonderen Jugendlichen und die eigenen Erfahrungen im Nahkampf, bilden Strukturen und weitere Essenzen seiner vielschichtigen Methode. Entsprechend seiner wissenschaftlichen und lebensnahen Anlage wird sein Lebenswerk nie abgeschlossen sein, sondern sich durch alle Praktizierenden ewig weiter hinterfragen und erneuern.

Zur Biographie lesen Sie wer-war-moshe-feldenkrais-1904-1984
Textquelle ist der Feldenkrais-Verband Deutschland e.V.

Moshe Feldenkrais giving a demonstration of  „Funktional Integration“  Video Moshe Feldenkrais in Cern